EU-HTA und JCA: Europas gemeinsame klinische Bewertung

Mit der EU-HTA-Verordnung ist die klinische Bewertung neuer Gesundheitstechnologien erstmals verbindlich auf europäischer Ebene verankert. Für Arzneimittel bildet das Joint Clinical Assessment (JCA) den zentralen Baustein. Seit Januar 2025 gilt das Verfahren zunächst für neue Onkologika und ATMPs, bevor der Anwendungsbereich schrittweise erweitert wird.

Das JCA bewertet die klinische Evidenz eines Arzneimittels für einen gemeinsam definierten europäischen Assessment Scope. Dazu werden Populationen, Intervention und relevante Vergleichstherapien im Scoping festgelegt und die verfügbare Evidenz anschließend auf europäischer Ebene bewertet. Für Hersteller entstehen damit neue Anforderungen an Evidenzplanung, Dossiererstellung und die Vorbereitung auf unterschiedliche nationale HTA-Verfahren.

Das JCA schafft eine gemeinsame Bewertung, ersetzt aber nicht die nationalen HTA-Verfahren

Der JCA-Bericht soll den Mitgliedstaaten eine gemeinsame klinische Evidenzbasis zur Verfügung stellen. Welche Schlussfolgerungen daraus für Erstattung, Zusatznutzen oder Preisbildung gezogen werden, bleibt jedoch national.

Gerade diese Verbindung zwischen europäischer Bewertung und nationaler Entscheidung macht EU-HTA für Market Access relevant. Ein europäisches Assessment muss unterschiedliche Fragestellungen der Mitgliedstaaten abdecken. Gleichzeitig müssen Hersteller früh berücksichtigen, welche Populationen, Vergleichstherapien, Endpunkte und Analysen später für einzelne nationale Verfahren benötigt werden.

Für Deutschland wird diese Schnittstelle besonders sichtbar: Das JCA ersetzt die frühe Nutzenbewertung nach AMNOG nicht. Die europäische Evidenz muss deshalb so vorbereitet werden, dass sie auch für die Anforderungen der deutschen Nutzenbewertung tragfähig ist.

EU-HTA verstehen, laufende JCA verfolgen und erste Erfahrungen einordnen

Dieser Hub bündelt die Inhalte entlang der Fragen, die sich in der praktischen Arbeit mit EU-HTA stellen:

Die EU-HTA-Leitfäden erklären den regulatorischen und methodischen Rahmen. Sie zeigen, wie das JCA-Verfahren vom Scoping bis zum finalen Bericht abläuft und welche Anforderungen an Struktur und Evidenz des JCA-Dossiers gestellt werden.

JCA Watch verfolgt die laufenden Joint Clinical Assessments. Dort lässt sich nachvollziehen, welche Verfahren gestartet wurden, welche Assessments abgeschlossen sind und für welche Arzneimittel bereits JCA Reports vorliegen.

EU-HTA Insights ordnen die praktische Entwicklung ein. Im Mittelpunkt stehen veröffentlichte JCA Reports, eingestellte Verfahren, methodische Fragen und die Schnittstellen zu nationalen HTA-Verfahren wie der deutschen Nutzenbewertung.

Damit entsteht mit jedem neuen Verfahren ein klareres Bild davon, wie EU-HTA in der Praxis funktioniert und welche Anforderungen Hersteller früh in ihre Evidenz- und Market-Access-Planung einbeziehen sollten.

EU-HTA-Leitfäden

Zwei Leitfäden erklären die Grundlagen des Joint Clinical Assessment: den Ablauf des JCA-Verfahrens und die Anforderungen an das JCA-Dossier.

EU-HTA Insights

Aktuelle Analysen und Fallstudien zu Joint Clinical Assessments, Evidenzanforderungen und europäischen HTA-Entwicklungen.

Live-Monitoring aktiv

JCA Watch

Verfolgen Sie laufende Joint Clinical Assessments und sehen Sie, welche Verfahren gestartet, abgeschlossen oder eingestellt wurden.

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